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Forschungsstrategie / Typologie

Mit der Umwandlung zur Hochschule hat die DHBW einen kooperativen Forschungsauftrag erhalten. Die kooperative Forschung bindet die DHBW in die fachlichen und wissenschaftlichen Netzwerke ein und leistet einen Beitrag zur Wissensbildung. Darüber hinaus bietet sie einen anwendungsorientierten Mehrwert für die Partner und dient auf diese Weise der Verbesserung der Lehre. Das Prinzip der Dualität spiegelt sich im Praxis- und Wissenschaftsbezug der kooperativen Forschung wieder. Das besondere Profil der DHBW Mosbach wird auf diese Weise geschärft.

Typologie unterschiedlicher Forschungsarten

Anwendungs- vs. Grundlagenforschung

Grundlagenbezogene Forschung stellt in der Regel einen Typus von Forschung dar, der auf eine zweckfreie, nicht auf unmittelbare praktische Anwendung hin betriebene Forschung abzielt, die sich mit den Grundlagen einer Wissenschaft beschäftigt [1]. Dagegen setzt die anwendungsorientierte Forschung auf die Anwendung von Methoden der Wissenschaft auf bestehende Problemlagen wie z.B. zur Optimierung von Produktionsabläufen im produzierenden Gewerbe [2].

Im Allgemeinen wird – verkürzt dargestellt – den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften die anwendungsbezogene Forschung und den Universitäten primär die grundlagenorientierte Forschung zugeschrieben. Tatsächlich finden sich beide Arten von Forschung auch an beiden Hochschultypen. Oftmals sind auch innerhalb von einem Forschungsvorhaben beide Arten von Forschung involviert.

Auftragsforschung vs. Forschung aus Eigeninitiative

Auftragsforschung meint die Beauftragung von Wissenschaftlern mit der Erbringung von Forschungsdienstleistungen. Diese können stark anwendungsorientiert sein oder auch grundlagenorientiert. Im Unterschied zur Beratung wird jedoch bei der Auftragsforschung ein grundsätzlich offeneres Herangehen ermöglicht, da Forschung prinzipiell zieloffen und auf die Gewinnung neuer Erkenntnisse ausgelegt ist.

Kooperative Forschung vs. Einzelforschung

Der Begriff kooperative Forschung beschreibt den besonderen Profilbereich der DHBW [4] als natürliches Pendat zur Dualen Lehre. Ein Gegenpol von kooperativer Forschung wäre Forschung durch eine einzige Organisation als Einzelprojekt. Die Begrifflichkeit kooperative Forschung ist dabei jedoch nicht als ein ausschließliches Charakteristikum der DHBW zu verstehen, sondern kann durchaus auch von anderen Hochschulen in Anspruch genommen werden [5].

Grundsätzlich sind alle Typen von Forschung für die DHBW als Wissensorganisation erstrebenswert und auch von den Mitgliedern der Hochschule erwünscht. Jedoch wird die kooperative Forschung als Profilbereich der Hochschule verstanden.

Quellen:
[1] vgl. Flämig, in: Handbuch des Wissenschaftsrechts, Bd.2, 1.Auflg. 1982, S.882.
[2] vgl. Meusel, in: Handbuch des Wissenschaftsrechts, Bd.2, 1.AUflg. 1982, S. 1283.
[3] Abb. Prof. Dr. Christian Maercker, Hochschule Esslingen.
[4] Landeshochschulegesetz, § 2 Abs. 1 S.3 Nr.5.
[5] Positionspapier zur Art der Forschung an der DHBW.